Während meinen zwei halbjährigen Arbeits- und Studienaufenthalten in Ägypten hatte ich Gelegenheit, über dortige Artefakte und Szenerien der Pharaonezeit die dabei angewendete antike Geometrie studiert. Ich habe dabei meine technischen Kenntnisse dieser Technik vertieft. Dabei ist mir auch bewusst geworden, wie stark die darin entwickelten verschiedenen Ordnungsraster sowohl symeprischer, als auch asymetrischer Art in enger Beziehung zum ideographischen expressiven Arsenal steht.
Vor allem asymetrischen Bildmotivraster eignen sich für die Integration meiner ideographischen Bilderwelt in diese übernommenen antiken Strukturen. Da solche Raster oft mehrachsig aufgebaut sind, verschachteln sich ihre verschiedenen Bildräume und provozieren Ideogramme.
Obwohl mich die altägyptische Ikonographie nicht besonders interessierte, ist mir doch die Fixierung auf den Osirismythos aufgefallen, um den alles kreist. Immer wieder wurde der Mythos vergessen und dann wieder neu kodifiziert, ein vergeblicher Versuch, seine Essenz zu verlieren. Was er wirklich repräsentieren sollte, ist heute verschollen. Da ich in ihm eine Sindtflutmythos sehe, wird es zu einem Katastrophenszenarium, der Kollision von Geschichtsbildern und Metapher der Gegenwart.